Legionellen/Analytik



Legionellen (Legionella) sind eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien aus der Familie der Legionellaceae. Sie sind im Wasser lebende gramnegative und nicht sporenbildende Bakterien, die durch eine oder mehrere polare oder subpolare Flagellen (Geißeln) beweglich sind. Legionellen sind als potenziell humanpathogen anzusehen. Zurzeit kennt man mehr als 48 Arten und 70 Serogruppen. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila (Anteil von etwa 70 % bis 90 %, je nach Region), sie ist Erreger der Legionellose (massive Lungenentzündung mit z.T. tödlichem Verlauf – Dunkelziffer für Deutschland sagt etwa 4-5000 Todesfälle pro Jahr) oder Legionärskrankheit (milde Form in Art einer „Sommergrippe“).

Legionellen kommen dort vor, wo warmes Wasser optimale Bedingungen für ihre Vermehrung bietet. Sie sind im Temperaturbereich von 5 °C bis 55 °C lebensfähig, ab 60 °C werden sie nach wenigen Minuten inaktiv, können aber durch Schutz im Biofilm oder den Befall von Amöben (und Vermehrung im Inneren der Amöbe) auch höhere Temperaturen oder Desinfektionsmaßnahmen überleben und im Anschluß wieder zur Vermehrung übergehen. Legionellen vermehren sich im Vergleich zu anderen Bakterien eher langsam (Verdopplungszeit ca. 4h).

Da unser Trinkwasser nicht steril ist, werden immer wieder Legionellen durch das Leitungsnetz gespült. Überall da, wo Sie höhere Temperaturbereiche, Stagnation, raue Oberflächen, verstärkten Biofilm oder ein Überangebot an Nährstoffen (u.a. durch frischen Kunststoff) finden, fangen Sie an, sich festzusetzen und zu vermehren. Dementsprechend sollten solche Stellen in der Trinkwasserinstallation eliminiert werden.

Analytik:

Für die Analytik von Legionellen gelten als Regelwerke die DIN EN ISO 11731, die Empfehlung der Umweltbundesamtes „Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung – Probenahme, Untersuchungsgang und Angabe des Ergebnisses“, sowie die DIN EN ISO 8199.

Aus jeder einzelnen Proben des zu untersuchenden Leitungsnetztes werden im Labor folgende Ansätze gemacht:

  • Direktansatz von je 2 x 0,5ml der Wasserprobe ohne Vorbehandlung auf je einen entsprechenden Nährboden
  • Membranfiltration; dazu werden in der Regel 50ml der Wasserprobe mit Säure behandelt, um eine mögliche Begleitflora (von weiteren Umweltkeimen, die im Wasser vorkommen können) zu reduzieren und im Anschluß über einen Membranfilter gegeben, auf welchen die Legionellen zurückgehalten werden. Der Filter wird dann auf einen weiteren Nährboden zur Bebrütung gegeben.

Diese drei Nährböden werden dann aufgrund der langsam wachsenden Legionellen über einen Zeitraum von 10 Tagen bebrütet und in diesem Zeitfenster mehrmals abgelesen (also ausgezählt, wie viele Legionellen sich darauf zeigen). Sofern mögliche Legionellen-Kolonien auf den einzelnen Nährböden sichtbar sind, werden diese zur eindeutigen Absicherung nochmal auf einen neuen und selektiven Nährboden übertragen und dort nochmal weiter bebrütet. Dementsprechend kann die Analyse auch länger als die vorgegebenen 10 Tage dauern, sofern sich vielleicht erst am Tag 10 Kolonien zeigen.

Nach Abschluss der Bebrütungszeit werden jeweils die Ergebnisse des Direktansatztes sowie der Membranfiltration ermittelt und auf die vorgeschriebene Angabe von „KBE / 100ml“ umgerechnet. Der höchste ermittelte Wert ist dann am Prüfbericht anzugeben mit einem Verweis, aus welchem Ansatz dieses Ergebnis resultiert. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Ergebnisse aus dem Direktansatz nur immer ein Vielfaches von 100 sein können (aufgrund eingesetzten Volumens von 1ml).

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